Stanley Greene. In Memoriam 1949 - 2017

Am 19. Mai ist in Paris der in Brooklyn geborene Fotograf Stanley Greene im Alter von 68 Jahren verstorben. Neben der Vorliebe für die Kunst wurde Greene auch politisches Engagement in die Wiege gelegt – sein Vater war einer der ersten afroamerikanischen Vertreter der Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild. 1949 in Brooklyn, New York, geboren, bekam Greene als Elfjähriger seine erste Kamera.

1971, Greene war bereits Mitglied der Black Panther Party und ein Teil der Anti-Vietnamkrieg-Bewegung, überzeugte ihn sein Freund, der Fotograf W. Eugene Smith vom Studium der Fotografie. Allerdings fand Greene erst nach dem Tod eines anderen, an Aids erkrankten Freundes einen Weg aus seiner Heroinsucht, um sich dann auf seine fotografische Karriere zu konzentrieren, die ihn in Krisen und Kriegsgebiete rund um die Welt führte. 1993 war er der einzige westliche Reporter im Weißen Haus in Moskau, als Präsident Boris Jelzin das Parlamentsgebäude stürmen ließ, in dem sich Oppositionelle verbarrikadiert hatten.

Greenes journalistische Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, so erhielt er u. a. den Eugene Smith Humanistic Grant, den Getty Images Grant for Editorial Photography und allein fünf World Press Photo Awards.
Seinen letzten großen Auftritt hatte Greene, der die Agentur NOOR mitbegründet hat, im April bei der Verleihung der World Press Photo Awards als Redner bei der traditionellen Sem Presser Lecture.

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