The Leica Look

Motion Blur

Wie setzt man Bewegungsunschärfe ins Bild?

Ausgehend von der eingesetzten Technik kann man drei unterschiedliche Formen von Bewegungsunschärfe unterscheiden: das Objekt bewegt sich (z. B. Langzeitbelichtung), die Kamera wird bewegt (Zoom-Effekt, künstlerische Unschärfe) oder die Kamera und das Objekt werden bewegt („Mitziehen“).

  • Langzeitbelichtung
    Objekt bewegt sich

    Während bewegte Objekte bei langer Belichtung im Tageslicht verwischt erscheinen, lassen sich dank der Bewegungsunschärfe punktuelle Lichter in der Dunkelheit als Linien darstellen. Auch dieser Effekt ist ohne diesen technischen Kniff für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar. In diesem Bild zeichnete der Fotograf die Bewegung des Riesenrads nach, das sich, in der Nacht leuchtend, majestätisch und schwungvoll über die Stadt erhebt.

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    Auch hier wurde eine sehr lange Belichtungszeit von 30 Sekunden verwendet, um genug Lichtinformationen einzusammeln. Darüber hinaus entschied sich der Fotograf für eine kleine Blende, 16, und eine geringe Lichtempfindlichkeit von ISO 100, was zu großer Tiefenschärfe und einem geringen Farbrauschen führt.

    Beachten Sie bei sehr langen Belichtungszeiten ein verstärktes Aufkommen vom Dunkelrauschen und bei der Verwendung von Film den Schwarzschild-Effekt.

    16
    f
    30/1
    s
    100
    ISO
    19
    mm
  • Zoom-Effekt
    Kamera/Objektiv wird bewegt

    Bei diesem Bild lässt der Fotograf die Lichter der Großstadt wie Sonnenstrahlen in einem Gemälde erscheinen. Besonders hervorgehoben wird dadurch die Architektur in der Bildmitte, von der sich die Lichtstrahlen, wie bei einer Explosion, zerstreuen. Mit diesem Effekt erreicht man beim Betrachten das Gefühl, in das Bild hineingezogen zu werden.

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    Der Fotograf entschied sich bei diesem Foto für eine sehr kleine Blende, um möglichst wenig Licht auf den Sensor fallen zu lassen, sodass er eine lange Belichtungszeit von 25 Sekunden erreichte, bei der die Gefahr des Verwackelns minimiert wurde.

    In dieser Zeitspanne wurde manuell die Zoom-Funktion des Objektivs an der Kamera betätigt – auf dem Stativ, kontrolliert, langsam und gleichmäßig. Wichtig ist, im Vorfeld die ungefähre Länge der Strahlen oder umgekehrt den Weg, den das Zoom machen soll, abzuschätzen.

    16
    f
    25/1
    s
    200
    ISO
    18
    mm
  • Mitziehen
    Kamera und Objekt bewegen sich

    Pure Freude. So könnte man das Bild auch benennen. Die Bewegungsunschärfe, die früher als technisch unzulänglich bewertet worden wäre, wird heute als ein künstlerisches Mittel in der Fotografie verwendet, und kann – wie hier – stark emotionalisierend wirken. Das ausgezeichnete Zusammenspiel der Technik des Mitziehens mit der inhaltlichen Ebene gibt dem Betrachter die Möglichkeit, sich in die Rolle der abgebildeten Person zu versetzen.

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    Der Fotograf musste unter guten Lichtverhältnissen die Blende schließen, um mit 1/8 Sekunde den Hintergrund verwischt, den Gesichtsausdruck jedoch noch erkennbar abzubilden.

    Das ist ihm gelungen, indem er die Kamera synchron zu der Flugbewegung des Kindes bewegte. Eine gewisse „Verwackelung“ ist dabei unvermeidbar aber zweitrangig, und sollte Sie nicht vom Einsatz dieser Technik abhalten. Machen Sie in einer derartigen Situation lieber eine Aufnahme zu viel als zu wenig.

    16
    f
    1/8
    s
    250
    ISO
    75
    mm
  • Langzeitbelichtung
    Objekt bewegt sich

    Das Bild lebt von der Abbildung eines Phänomens, das wir mit unseren Augen so nicht sehen können. Hier berührt der Fotograf die Wurzel der Fotografie und zeichnet förmlich mit dem Licht. Ein spannendes und toll komponiertes Bild voller Gegensätze – hell und dunkel, heiß und kalt, alt und jung – und vielschichtig in der Wahrnehmung: der Hammerschlag als Beginn und die Explosion als Schlussakkord dieser Szene. Geradlinig wie die Funken und flüchtig wie der Rauch.

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    Der Fotograf setzte hier bewusst eine für den Effekt der Bewegungsunschärfe relativ kurze Belichtungszeit ein, um einerseits den entscheidenden Moment nicht zu überziehen und um andererseits die Flugbahn und die Anzahl der Funken detailliert festzuhalten. Das ist ihm bei weit geöffneter Blende und einer Belichtungszeit von 1/40 Sekunde sehr gut gelungen – der Betrachter hört förmlich den Hammerschlag dröhnen.

    3.2
    f
    1/40
    s
    400
    ISO
    28
    mm
  • Zoom–Effekt
    Kamera wird bewegt

    Waren Sie schon mal in einem Teilchenbeschleuniger? Als Teilchen? Ungefähr so könne sich die Fahrt anfühlen. Ein Rausch der Geschwindigkeit und das Ungewisse liegen gleich hinter der Kurve. Die Reduktion auf Schwarz und Weiß und die glatten Linien betonen die ungeheure Dynamik dieser Aufnahme, die den Betrachter in diesen Zeittunnel hineinzieht.

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    Dem Fotografen gelang diese Aufnahme während einer Bahnfahrt. Er bewegte die Kamera zwar nicht selbst, wurde aber zusammen mit der Kamera bewegt. Bei der hohen Geschwindigkeit des Zugs reichten ihm eine stabile Position und bei fast offener Blende eine Sekunde als Belichtungszeit aus, um diese futuristisch anmutende Aufnahme zu machen.

    Eine längere Belichtungszeit hätte zu einer völligen Verwischung des Motivs geführt. Die visuelle Wirkung dieses Bildes ist vergleichbar mit dem Zoom-Effekt.

    2.4
    f
    7/10
    s
    100
    ISO
    50
    mm
  • Langzeitbelichtung
    Objekt bewegt sich

    Dieses Bild ist ein Beispiel dafür, wie imposant Naturaufnahmen mit der Verwendung von Bewegungsunschärfe gemeistert werden können. Dem Fotografen ist es hier gelungen, die stete Bewegung der Wellen, ihr Wüten und Aufbrausen zu summieren und dieser Aufnahme eine rätselhafte Atmosphäre zu verleihen.

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    Innerhalb der Umrahmung durch den weißen, nebelartigen Flaum rücken die schroffen und scharfkantigen Felsen ins Bildzentrum. Diese beinahe hyperreale Abbildung feinster Details erzeugt eine Spannung, die den Betrachter zu längerem Hinschauen bewegt.

    Für den detailreichen Teil dieser eindrucksvollen Landschaftsaufnahme verwendete der Fotograf eine kleine Blendenöffnung und eine niedrige Lichtempfindlichkeit. Eine halbminütige Belichtungszeit, ein Stativ und ein Fernauslöser waren für das Festhalten der Bewegungsunschärfe nötig. Ein passendes ND-Filter kann zudem die Belichtungszeit und den Effekt der Bewegungsunschärfe verstärken.

    16
    f
    30/1
    s
    100
    ISO
    28
    mm

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