Leica Galerie Wetzlar präsentiert die Ausstellung „Dieter Huber, Jens Umbach und Yvonne von Schweinitz“

Die Leica Galerie Wetzlar zeigt bis zum 20. November Werke der drei Künstler Dieter Huber, Jens Umbach und Yvonne von Schweinitz. Die Fotografien, vereint durch einen sozialkritischen Aspekt, beleuchten das Thema „Afghanistan“ auf sehr unterschiedliche und besonders beeindruckende Art und Weise. Die Ausstellung wurde gestern von Karin Rehn-Kaufmann, Generalbevollmächtigte Leica Galerien International, und den beiden Fotografen Dieter Huber und Jens Umbach eröffnet, die über ihre Projekte referierten.

Die 16 kreisrunden Bildfelder von Dieter Huber aus der Serie „STRIKE“ entpuppen sich bei näherer Betrachtung als Detailaufnahmen der Einschüsse und Austritte von Geschossen unterschiedlicher Kaliber, die auf verschiedenen Oberflächen einschlugen. Der sichtbare Widerspruch zwischen ästhetischem Bild und roher Gewalt wirft Fragen auf. Das ist ganz im Sinne Hubers, verbindet er doch in seinem Werk immer wieder unterschiedliche Formensprachen und künstlerische Gestaltungen mit gesellschaftlich relevanten Themen. Die Aufnahmen der Serie „STRIKE“ konnten nur in enger Kooperation und durch die Unterstützung von Leica entstehen. Huber verwendete nicht nur die digitale Mittelformattechnik der Leica S (Typ 007), sondern Leica Spezialisten kombinierten für die extremen Nahaufnahmen mehrere Nahlinsen und Zwischenringe mit einem Makro-Objektiv. Nur so war es möglich, auch bei den sehr großen Bildformaten ein hochauflösendes Bild zu präsentieren – es werden Details sichtbar, die normalerweise nicht wahrnehmbar sind. Die Serie „STRIKE“ ist Teil eines komplexen Zyklus #SAFE, der insgesamt 202 Einzelwerke umfasst und sich aus sechs verschiedenen Sequenzen zusammensetzt.

Jens Umbach möchte mit seiner Serie „AFGHANISTAN“ ein entschleunigtes und reflektiertes Betrachten ermöglichen, das sich durch die Porträts der Menschen annimmt und nicht des Krieges selbst. Seit 2010 arbeitet der Fotograf in Afghanistan und Deutschland an seinen Projekten, für die er zunächst Bundeswehrsoldaten fotografierte. Sein Bildband „Afghanistan“ mit Porträts der Soldaten und ihrer Angehörigen erschien 2013. Nach dem Ende der offiziellen Kampfmission Ende 2014 ist im Norden Afghanistans heute nur noch ein kleines Kontingent deutscher Soldaten stationiert. Mehr als zehn Jahre haben die Bewohner des Distrikts Masar-e Scharif in Nachbarschaft zum deutschen Lager gelebt. Für „The Afghans“ bereiste Umbach nun die Umgebung des Lagers. Innerhalb von fünfzehn Tagen entstanden mit einer Leica S (Typ 006) rund 150 Aufnahmen in einem mobilen Studio auf Feldwegen, Markt- und Parkplätzen – wegen der angespannten Sicherheitslage nicht immer ganz einfach. Umbach konzentriert sich in den Aufnahmen vor neutralem Hintergrund auf den direkten Blick der Porträtierten.

Seit fast vier Jahrzehnten bestimmen Krieg, Terror und Gewalt die Bilder und Nachrichten aus Afghanistan. Die Aufnahmen  der Serie „GESICHTER AFGHANISTANS“ der Fotografin Yvonne von Schweinitz (1921 – 2015) schlagen ein fast vergessenes Kapitel in der Geschichte des Landes auf. Als junge Fotografin bereiste sie 1953 den Vielvölkerstaat an der Schnittstelle von Süd- und Zentralasien und dokumentierte aus sehr persönlicher Sicht die eindrucksvolle Kultur des Landes . In der siebenmonatigen Reise ging es per Automobil von Zürich über die Türkei, Syrien, Jordanien, Israel, den Irak und den Iran nach Afghanistan und Pakistan. Drei Monate verbrachten von Schweinitz und der Schweizer Autor und Abenteurer Hans von Meiss-Teuffen in Afghanistan, von Herat und Kandahar ging die Fahrt bis in die Hauptstadt Kabul. Entstanden sind hunderte von Aufnahmen. Die Fotografin präsentiert in ihren Bildern ein Land an der Schwelle zur Moderne, das seinerzeit Mohammed Zahir Schah als konstitutionelles Königreich regierte. Ihre Aufnahmen stellen ländliche Regionen ebenso vor wie die Hauptstadt Kabul mit historischen und zeitgenössischen Gebäuden. Vor allem aber gilt von Schweinitz‘ Blick den Menschen, denen sie direkt und voller Neugier, aber unaufdringlich begegnet. Sie zeigt verschiedene Volksgruppen, den Alltag und die Arbeitswelten der Menschen, ebenso dokumentiert sie landestypische traditionelle Tänze, Spiele oder Wettkämpfe im Stadion von Kabul. Heute lenken ihre Bilder den Blick in die Vergangenheit und verdeutlichen umso stärker die Zerrissenheit des Landes.

Die Ausstellung „Huber, Umbach, von Schweinitz“ ist bis zum 20. November in der Leica Galerie Wetzlar zu sehen und kann von Montag bis Freitag von 10.00 bis 20.00 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden.

Pressemitteilung - Leica Galerie Wetzlar präsentiert die Ausstellung Dieter Huber, Jens Umbach und Yvonne von Schweinitz

Datum: 09/2017 Format: PDF (54,57 kB)
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Über Leica Camera

Die Leica Camera AG ist ein international tätiger Premiumhersteller von Kameras und Sportoptik-Produkten. Den Grundstein für den Mythos der Marke Leica haben die Optiken des Traditionsunternehmens gelegt. In Verbindung mit innovativen Technologien sorgen sie bis heute für das bessere Bild in allen Situationen rund um das Sehen und Wahrnehmen. Der Hauptsitz der Leica Camera AG befindet sich im hessischen Wetzlar, der zweite Produktionsstandort in Vila Nova de Famalicão, Portugal. Das Unternehmen hat eigene Vertretungen in Australien, China, England, Frankreich, Italien, Japan, der Schweiz, Singapur, Südkorea und den USA. Neue, innovative Produkte haben die positive Entwicklung des Unternehmens in der jüngeren Vergangenheit vorangetrieben.

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