Mikhael Subotzky
Gewinner Leica Oskar Barnack Preis 2009
Besucher und Mitarbeiter des Hauses Leica im Werk in Solms finden im Foyer, sozusagen als Begrüßung, monatlich wechselnde Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen. Zielsetzung ist, das gesamte Spektrum der künstlerischen und journalistischen Arbeit mit Leica Kameras sowie die Kulturprojekte des Unternehmens zu präsentieren.
Der erste Preis im Rahmen des renommierten Fotowettbewerbs „Leica Oskar Barnack Preis 2009" ging im Jahr 2009 an den Fotografen Mikhael Subotzky. Seine prämierte Fotostrecke trägt den Titel „Beaufort West" und zeigt Szenen aus der gleichnamigen Stadt in Südafrika. Für seine Fotoserie aus dem Kongo „The Road to Nowhere" wurde der gebürtige Schweizer Dominic Nahr mit dem „Leica Oskar Barnack Nachwuchspreis" ausgezeichnet, der in 2009 erstmals vergeben wurde.
Beaufort West ist eine Kleinstadt in Südafrika mit 37.000 Einwohnern. Die Stadt hat ihren Bewohnern nicht viel zu bieten: Zu den Lebensmittelpunkten gehört die Hauptverkehrsstraße mit dem benachbarten Stadtgefängnis. Dies dokumentieren auch die Aufnahmen von Mikhael Subotzky. Zentrales Thema ist die besagte Nationalstraße N1, eine Hauptverbindungstrasse zwischen Johannesburg und Kapstadt. Für einige Kilometer führt die eigentliche Autobahn direkt durch Beaufort West und beschert den Einwohnern damit jährlich über eine Million Durchreisende. Für viele der Bewohner ist die Straße deshalb nicht nur die wichtigste, sondern auch die einzige Verbindung zur Außenwelt.
In seinen Aufnahmen zeigt Mikhael Subotzky verschiedene Straßenszenarien und hält fest, was sich dort abspielt: Eine Mülldeponie, auf der Menschen leben, ein Krankenhaus mit unheilbaren Kranken, junge Prostituierte, die sich für den Lebensunterhalt der Familie verkaufen. Unbeschwerte, heitere Szenen - beispielsweise von Zuschauern einer Landwirtschaftsausstellung - sind in der Fotostrecke selten. Bei dem lokalen Stadtgefängnis verweilt der Fotograf etwas länger. Es beherbergt hauptsächlich Einwohner von Beaufort West, die gescheitert sind und nach längerer Arbeitslosigkeit ihre eigenen Familien und Nachbarn angegriffen und beraubt haben. Sie haben nichts mehr - außer dem Lärm der Hauptstraße, dem sie über die Gefängnismauern hinweg zuhören.
Die zweite Gewinnerserie - „The Road to Nowhere" - dokumentiert die dramatische Situation der Flüchtlinge im Osten der Republik Kongo Ende 2008. Ab 2004 kämpfte Laurent Nkunda, der damalige Tutsi-Rebellenführer, dort gegen die Regierung des Landes und verbreitete in der Bevölkerung Angst und Schrecken. So sollen seine Truppen unter anderem für zahlreiche Vergewaltigungen, Tötungen und Folterungen verantwortlich sein. Die Situation eskalierte schließlich im Oktober und November 2008, als Laurent Nkunda die Kontrolle über die wichtigsten Straßen und Städte in Nord-Kivu übernommen hatte. Mehr als 250.000 Zivilisten waren betroffen und flohen vor den Gefechten zwischen Nkundas Truppen und der Armee. Die Angst vor weiteren Plünderungen, Vergewaltigungen und Morden war ihr ständiger Begleiter. Zu dieser Zeit war in Nord-Kivu niemand sicher. Die Aufnahmen von Dominic Nahr begleiten Flüchtlinge und Soldaten auf einer scheinbar ausweglosen Suche nach Sicherheit.
| Datum: | Fotograf: | Ausstellungsthema: |
|---|---|---|
| Januar 2010 | Mikhael Subotzky, Dominic Nahr | Leica Oskar Barnack Preis/Nachwuchspreis 2009 |
| Februar 2010 | Horst A. Friedrichs | I'm One - 21st Century Mods |
| März 2010 | Hubertus von Hohenlohe | Elegantly Wasted |
| April 2010 | Ralph Gibson | Nudes and Recent Work |
| Mai 2010 | Carolle Benitah | A Bed of Roses |
| Juni 2010 | Michael Agel |
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